Hausratte

Die Hausratte (Rattus rattus) ist heute deutlich seltener als die Wanderratte, gilt jedoch weiterhin als bedeutender Gesundheits- und Vorratsschädling. Aufgrund ihrer Lebensweise wird sie häufig auch als „Dachratte“ bezeichnet.

Schlanker Körperbau

Gewicht bis ca. 300 g

Dunkleres Fell als Wanderratte

Sehr langer Schwanz (länger als Kopf-Rumpf-Länge)

Große, deutlich sichtbare Ohren

Schwanz beim Laufen meist angehoben

Lebensweise & Befallorte

Hausratten sind nachtaktiv und ausgezeichnete Kletterer sowie Springer. Wasser meiden sie weitgehend. In Gebäuden halten sie sich bevorzugt in höheren, trockenen Bereichen auf, etwa in Dachböden oder Zwischenböden.

Sie leben in Familienverbänden mit fester Sozialstruktur und sind ganzjährig fortpflanzungsfähig. Als Allesfresser nutzen sie vor allem dauerhaft verfügbare Nahrungsquellen wie Getreide in Mühlen oder Lagern. Unbekannte Nahrung wird häufig gemieden.

Vorkommen

Ursprünglich stammt die Hausratte vermutlich aus Vorderasien. Heute ist sie weltweit verbreitet, in Deutschland jedoch deutlich seltener geworden.

Typische Befallsorte sind Mühlen, landwirtschaftliche Betriebe oder ältere Gebäude mit Dach- und Hohlraumbereichen. In südlichen Ländern lebt die Art teilweise auch im Freiland.

Typische Schäden & Risiken

Hausratten stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

  • Übertragung von Infektionskrankheiten

  • Historisch Beteiligung an der Verbreitung der Pest über Flöhe

  • Verunreinigung von Lebensmitteln durch Kot und Urin

  • Vorratsschäden

  • Annagen elektrischer Leitungen mit Brandgefahr

In sensiblen Bereichen können bereits geringe Befallsanzeichen zu wirtschaftlichen Schäden führen.

Ursachen & Prävention

Ein Befall entsteht dort, wo Nahrung und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Besonders in Mehrfamilienhäusern ist gemeinschaftliches Handeln entscheidend, um Dach- und Hohlräume nicht attraktiv zu machen.

Präventive Maßnahmen:

  • Sichere Lagerung von Lebensmitteln

  • Ordnung in Dach- und Lagerräumen

  • Verschließen baulicher Zugänge

  • Konsequente Müllhygiene

Werden diese Grundsätze beachtet, lässt sich das Befallsrisiko deutlich reduzieren.

Wie erfolgt die Bekämpfung?

Die Bekämpfung beginnt mit dem Entzug von Nahrungsquellen und Unterschlupfmöglichkeiten. Je nach Situation kommen zugelassene Schlagfallen oder gerinnungshemmende Köder zum Einsatz.

Da die eingesetzten Wirkstoffe auch für Menschen, Haus- und Wildtiere gefährlich sein können, sollte die Rattenbekämpfung ausschließlich durch sachkundige Fachbetriebe erfolgen.