Kornkäfer
Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) zählt weltweit zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen in Getreidelagern. Er entwickelt sich vollständig im Inneren von Getreidekörnern und bleibt dadurch lange unentdeckt.
Körperlänge ca. 4–5 mm
Bräunlich gefärbt
Deutlich rüsselförmig verlängerter Kopf
Mundwerkzeuge am Ende des „Rüssels“
Beine und Fühler heller gefärbt
Flugunfähig (verwachsene Flügeldecken)

Lebensweise & Befallorte
Die Entwicklung erfolgt nahezu vollständig im Inneren des Getreidekorns. Das Weibchen legt einzelne Eier in zuvor angebohrte Körner und verschließt diese wieder.
Ein Weibchen kann 200–300 Eier ablegen. Bei etwa 27 °C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer rund einen Monat. In beheizten Lagern entstehen mehrere Generationen pro Jahr.
Typische Befallorte sind Getreidesilos, Lagerhäuser, Mühlen sowie Vorratsräume in Privathaushalten.
Vorkommen
Der Kornkäfer ist weltweit verbreitet und vermutlich ursprünglich in Vorderasien beheimatet. Durch den internationalen Getreidehandel hat sich die Art global ausgebreitet.
In Deutschland tritt er vor allem in gewerblichen Getreidelagern auf. Über bereits befallene Ware kann er jedoch auch in Haushalte eingeschleppt werden.
Typische Schäden & Risiken
Der Kornkäfer befällt zahlreiche Getreidearten wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Mais. Auch Hülsenfrüchte, Nüsse oder verarbeitete Getreideprodukte können betroffen sein.
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Ausfraß ganzer Getreidekörner
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Qualitäts- und Gewichtsverlust von Lagerware
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Verunreinigung durch Käfer und Entwicklungsreste
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Wirtschaftliche Schäden in Lagern und Mühlen
Da sich die Larven im Inneren der Körner entwickeln, bleibt ein Befall häufig lange unbemerkt.
Ursachen & Prävention
Da Kornkäfer nicht fliegen können, erfolgt die Einschleppung in der Regel über bereits befallenes Getreide. Besonders größere Lagerbestände sind gefährdet.
Präventive Maßnahmen:
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Regelmäßige Kontrolle von Getreidebeständen
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Kühle und trockene Lagerung
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Reduzierung der Kornfeuchte (unter 9 % keine Vermehrung möglich)
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Getrennte Lagerung neu eingekaufter Ware
Frühe Kontrollen sind entscheidend, da der Befall im Anfangsstadium kaum sichtbar ist.

Wie erfolgt die Bekämpfung?